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de 19/2009

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Gebäudetechnik

Mechanischer Grundschutz für Gewerbebetriebe

Schutz vor Einbruchdiebstahl

Weitere Beiträge zum Thema finden Sie im Dossier Sicherheitstechnik

Lange Jahre führten elektronische und mechanische Sicherheitstechnik ein Dasein nebeneinander.
Auch wenn sich der folgende Artikel vornehmlich dem Aspekt der mechanischen Sicherungen widmet, so stehen die beiden Systeme nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich dort, wo das jeweils andere Sicherheitskonzept an seine Grenzen stößt.

Gerade die Kombination der Vorteile aus »beiden Welten« prägt sich als Trend auf dem Sicherheitsmarkt aus – in Form von mechatronischen Sicherheitssystemen (Bild 1).

Bild 1: Blick in das Innenleben der mechatronischen Sicherung Abus FTS 96 E: mechanischer Schutz kombiniert mit elektronischem Melder Bild 2: Eine im Außenbereich gut einsehbar angebrachte Blitzleuchte schreckt potenzielle Täter ab
Bild 3: Panzerriegel Abus PR 1700: mechanische Absicherung einer Tür über die gesamte Breite

Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik

Die Ansätze beider Sicherungsmethoden sind unterschiedlicher Natur: Während die mechanischen Komponenten die Schutzfunktion einnehmen und dem Einbrecher aktiven Widerstand entgegensetzen, steht bei elektronischen Systemen – neben dem Abschreckungseffekt – die Alarmierung und die Dokumentation im Vordergrund. Signalgeber, z.B. gut erkennbar angebrachte Blitzleuchten, schrecken den Täter bereits im Vorfeld ab und mindern das Risiko, dass der Täter einen Einbruchversuch startet (Bild 2). Die Einschränkung dieses Sicherheitskonzeptes: Herkömmliche Alarmanlagen alarmieren erst, wenn sich der Täter bereits im Objekt bzw. kurz davor befindet.
Und hier liegt dann auch die Hauptaufgabe mechanischer Sicherungen: Dem Täter bei seinem Vorhaben einen aktiven Widerstand entgegenzusetzen.

Für effektiven mechanischen Schutz existiert eine Vielzahl an Möglichkeiten, u.a. Fenstersicherungen, Panzerriegel (Bild 3) oder durchbruchsichere Fensterscheiben. In der Praxis gilt für diese Art der Absicherung:
Je besser die Sicherung, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Täter aufgibt. Die Faustregel besagt, dass sich ein Einbrecher ein anderes Ziel sucht, wenn er es nicht schafft, innerhalb von 3min in das gewünschte Objekt einzudringen.

Bild 4: Typische Täterarbeitsweise: Aufbruchversuch eines gesicherten Fensters mit einem Schraubendreher

Täterarbeitsweisen (er)kennen – Schwachstellen absichern

Hauptangriffspunkte bei kleinen und mittelgroßen gewerblichen Objekten sind v.a. Fenster und Fenstertüren – hier gibt es laut offiziellen Analysen kaum einen Unterschied zum Privatbereich. Die Elemente heutiger Bauart sind in der Regel konstruktiv auf optimierte Wärmedämmung und Lärmschutz ausgelegt. Nicht optimiert ist allerdings bei über 80% der Standardelemente der Einbruchschutz.
So benötigt der halbwegs geschickte Täter weniger als 1min, um mit etwas Übung ein solches Element aufzuhebeln. Das ganze geschieht relativ geräuschlos mit einem Schraubendreher als dem gängigsten Täterwerkzeug (Bild 4). Das Verletzungsrisiko für den Täter ist hierbei gering, und die Scheibe bleibt normalerweise ganz.

Je nachdem, wie versiert der Einbrecher zu Werke geht, treten zudem bei ungesicherten Elementen keine Einbruchsspuren auf. Das kann auch dann passieren, wenn die hohen Temperaturschwankungen im Sommer und eine direkte Bestrahlung der Fenster dafür sorgen, dass man kleinere Hebelspuren aufgrund von Wärmeausdehnung nicht mehr erkennen kann. Neben dem Ärger über gestohlene Werte sind Probleme mit der Versicherung vorprogrammiert.

Die vor Jahren häufiger praktizierte Methode des Einschlagens der Scheibe hat dem sog. »Aufhebeln« von Fenstern und Türen Platz gemacht. Zum einen bedarf es einiger Kraft, eine Doppelverglasung zu durchbrechen, zum anderen verursacht diese Einstiegsmethode viel Lärm. Zudem ist das Verletzungsrisiko für den Täter recht hoch – und damit die Gefahr, DNA-Spuren am Tatort zurückzulassen. In abseits gelegenen Gewerbegebieten ist das Risiko des Glasbruchs allerdings höher, da der Täter hier in der Regel ungestörter zu Werk gehen kann – daher empfiehlt sich hier unbedingt der Einsatz von elektronischen Alarmsystemen mit Glasbruchmeldern als zusätzliches Sicherheitselement.

Bild 5: Ein Schutzbeschlag gehört zum Basisschutz einer Tür Bild 6: Blick in das Innenleben eines Sicherheitszylinders (Abus EP 10)

Schutz durch mechanische Sicherheitssysteme

Zur Vereitelung von Einbrüchen bedarf es daher fachgerecht montierter Nachrüstsicherungen bei nicht gesicherten Fenster- und Türelementen. So sind u.a. Fenster und Fenstertüren mit zusätzlichen Sicherungen und idealerweise auch mit einbruchhemmendem Glas auszustatten. Türen werden zusätzlich mit Panzerriegelschlössern und dem Einbau hochwertiger Türzylinder, einem Sicherheitsschließblech und einem Schutzbeschlag gesichert (Bild 5, 6). Die VdS Schadenverhütung GmbH (ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)) schreibt zu diesem Thema: »Öffnungen bedürfen in der Regel einer mechanischen Sicherung gegen Einbruchdiebstahl, wenn sie sich weniger als 4m über dem Erdboden befinden oder sie mit vorhandenen Hilfsmitteln von außen, z.B. über Anbauten, Vordächer, Balkone, Feuerleiter, Außengitter erreichbar sind.«

All dies sind wichtige Grundpfeiler im Sicherungskonzept. Dabei sollten in jedem Fall zertifizierte Produkte (DIN und/oder VdS) Verwendung finden, die fachgerecht montiert werden. Da die Absicherungssituation im gewerblichen Sektor von vielen individuellen Gegebenheiten abhängt, bietet es sich an, sich vorab durch entsprechende Seminare schulen zu lassen. Wichtig zu wissen: Im gewerblichen Bereich ist eine Grundabsicherung oft Voraussetzung für den Abschluss einer Einbruchdiebstahlversicherung.

Aktiver Einbruchschutz durch moderne Alarmsysteme

Als ergänzende Sicherung empfehlen Experten im gewerblichen Sektor den Einsatz von elektronischen Melde- und Überwachungssystemen, die eine abschreckende Wirkung haben und über einen Einbruchversuch informieren bzw. diesen dokumentieren. Moderne Systeme wie die »Secvest 2Way« von Abus gehen noch einen Schritt weiter und erlauben dank dem Zusammenspiel von Elektronik und Mechanik aktiven Einbruchschutz.

Die Alarmierung erfolgt hier unmittelbar bei dem ersten Einbruchversuch, da der Melder in das mechanische Fensterzusatzschloss FTS 96 E integriert ist. So bietet die Sicherung mechanischen Schutz, während der integrierte Erschütterungssensor den Einbruchversuch detektiert und die Secvest 2Way Alarm schlägt (Bild 7, 8).

Bild 7: Zusammenspiel Secvest 2Way und FTS 96 E: Während die mechanische Sicherung den Einbrecher aufhält, meldet die Secvest 2Way den Einbruchversuch Bild 8: Die Funk-Fenstersicherung FTS 96 E von Abus ist beides: Mechanische Sicherheitstechnik und gleichzeitig Alarmmelder (li.), auch zum Nachrüsten (oben)

Absicherungsempfehlungen für Türen, Fenster und Fenstertüren

Für Fenster und Fenstertüren gibt es eine Vielzahl zertifizierter Produkte, die sich je nach Einbausituation, Komfortwunsch oder Anwendungsbereich eignen. Je nach Zustand des Fensters (z.B. Kunststofffenster ohne Metalleinlage) bedarf es der Anbringung zusätzlicher Befestigungsmittel wie einem Befestigungsanker. Denn die Wirkung eines Zusatzproduktes steht und fällt mit der korrekten Montage. Bei der Sicherung von Fenstern gilt die Faustformel: pro laufendem Meter Höhe des Fensters ein Sicherungspunkt sowohl auf der Schließ- als auch auf der Bandseite.

Eine spezielle Produktgattung bilden die Fenstergriffschlösser. Diese ersetzen die einfache Fensterolive und bieten durch ein integriertes Zusatzschloss Schutz vor dem Aufhebeln. Diese Schlösser sind vor allem dort zu empfehlen, wo Fenster häufig geöffnet und geschlossen werden (Bild 9).

Zu der Kategorie der universellen Fensterzusatzsicherungen gehören Produkte, die speziell für Fenster genutzt werden sollten, deren Maß 1m x 1m überschreitet. Viele Produktvarianten in diesem Bereich ermöglichen den Einsatz solcher Sicherungen auch bei komplizierten Einbausituationen. In diesen Bereich fallen auch Sicherungselemente für Fenster besonderer Bauart. Hier bietet Abus spezielle Lösungen für Dachfenster oder Doppelflügelfenster, wo das Produkt auf dem Mittelsteg montiert werden muss.

Bild 9: Die Fensterzusatzsicherung Abus FO 400 schützt Fenster auf der Schließseite Bild 10: Abus FKS 208: Fenstersicherungssystem mit integrierter Schutzfunktion auch bei gekipptem Fensterelement

Eine universell einsetzbare Lösung ist die Fensterkippsicherung Abus FKS 208 (Bild 10). Dieses Fenstersicherungssystem lässt sich ausschließlich über den Fenstergriff bedienen und aktiviert trotzdem bis zu vier Verriegelungspunkte. Hier müssen keine weiteren Sicherungen angebracht werden. Zudem bietet es als einziges Produkt auf dem Markt VdS-anerkannten Schutz bei gekipptem Element.

Ebenfalls nicht vernachlässigen darf man den Schutz der Bandseite, denn auch hier ist durch gezieltes Hebeln ein gewaltsames Öffnen möglich. Produkte zur Sicherung der Bandseite verfügen über keine zusätzliche Funktion zum Abschließen. Da es keinen Schließzylinder gibt, lassen sich diese Produkte recht unauffällig anbringen. Eine Bedienung ist meist nur dann erforderlich, wenn das Fenster gekippt wird. Beim Öffnen und Schließen der Fenster sind die meisten dieser Produkte bedienungsfrei.

Auch bei Türen ist das Aufhebeln die gängigste Einbruchsart. Ein ausreichend stabiles Türblatt bildet hier die Voraussetzung für die Anbringung von Nachrüstsicherungen. Diese Eigenschaft ist nicht in einer Norm geregelt. Der Basisschutz einer Tür wird erreicht durch den Einsatz eines Sicherheitsschließbleches, eines Schutzbeschlags und eines Türzylinders mit Sicherungskarte.

Die sogenannten Panzerriegelschlösser (auch als Querriegelschlösser bezeichnet) eignen sich am besten als Zusatzsicherung. Diese Produkte sichern die Tür über die gesamte Breite. Dabei werden rechts und links neben der Tür die Schließelemente fest mit der Wand verschraubt. In diese Schließelemente greift der Riegel beidseitig ein. Bei Produkten von Abus ist dieser Schlosstyp nach der so genannten Hohlriegeltechnik konzipiert. So weist der Querriegel eine achtmal höhere Biegefestigkeit und eine dreimal höhere Belastbarkeit auf als ein massiver Riegel – bei deutlich geringerem Gewicht.

Bild 11: Der Befestigungsanker BA von Abus. So können auch Fenster ohne Metalleinlage korrekt gesichert werden

Die korrekte Montage ist das A und O

Jedem zertifizierten Abus-Produkt liegt eine ausführliche Montageanleitung bei. Diese gibt dem Verarbeiter Hinweise auf sämtliche Besonderheiten, die bei dem Einbau des Produktes zu berücksichtigen sind.

So gibt sie z.B. Tipps und Hinweise, auf welche Arten man verschiedene Fenstertypen vorbohren muss, wenn ein Zusatzprodukt montiert wird. Die Montageanleitung behandelt auch Randaspekte, die zur vollen Wirksamkeit des Produktes beachtet werden müssen – beispielsweise, welche Befestigungsmittel eingesetzt werden (z.B. Art der Schrauben oder zusätzliche Befestigungsmittel wie der Befestigungsanker BA von Abus, Bild 11). Der Montageanleitung kann der Verarbeiter alle Richtlinien für einen fachgerechten Einbau entnehmen.

Jorga Burri-Grisloff, Agentur FVU Markenkultur, Düsseldorf
Alle Abbildungen: Abus


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Seminare zum Thema
In seinem Schulungszentrum in Rehe/Westerwald veranstaltet Abus spezielle Schulungen nach dem Anforderungsprofil der Landeskriminalämter. Informationen zum Seminar- und Schulungsangebot von Abus gibt es bei Rolf Bremicker unter Tel. (02664) 508112 oder per E-Mail an schulungen@abus.de.

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